Unten der Einführungstext zur Kampagne. Weitere Texte hier.
Die neue Kampagne der POLITISCHEN WERKSTATT beschäftigt sich mit dem Thema Freizeit. Es soll fließend an das Thema Konsum und Werbung der letzten Kampagne KAUF DICH! anschließen. Es soll dabei gefragt werden, wie weit die als frei bestimmte Zeit, was sie im Unterschied zur Arbeitszeit als unfreie Zeit absetzt, wirklich frei im Sinne eines selbstbestimmten und zur eigenen Gestaltung offenem Tagesabschnitt, bestimmbar ist. Oder bleibt dieser Bereich an die Notwendigkeiten der Arbeit gebunden, als bloße Wiederherstellung der zu verkaufenden Arbeitskraft? Zudem muss bei dieser Fragestellung wieder an das vorherige Kampagnenthema angeschlossen werden, und zwar, in wie weit die sogenannte Freizeit von der nach ihr benannten Freizeitindustrie bestimmt wird. D.h. ob man sich von einem schon vorgefertigten konsumierbaren Angebot in Warenform, hinter dem Rücken seiner eigenen Bedürfnisse, als letzter Bastion der Selbstbestimmung, enteignen lässt? Hat diese Bastion überhaupt je bestanden, und in wie weit ist das einzelne Individuum schon vom Beginn seines Lebens bereits für die Verkäuflichkeit seiner selbst, vor allem durch eine auf Berufsaussicht eingestellte Bildung und auf das Funktionieren in einer verwalteten und rationalisierten Welt, durch Einübung von Verzicht, in der Selbstbestimmung und Selbstentwicklung gehindert?
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In der kapitalistischen Gesellschaft wird der Mensch höchstens als Teil seiner Selbst anerkannt. Die POLITISCHE WERKSTATT möchte mit den Kampagnen nicht beanspruchen, einseitig als Subjekt der Aufklärung aufzutreten, sondern nur Anstöße geben zur Selbstaufklärung, die eine Gegenseitigkeit des Gebens und Nehmens unterschiedener Individuen einleiten, die sich in diesem selben Prozess gleichzeitig ausbilden können. So soll der ganze Mensch mit allen ihm gegebenen Möglichkeiten zumindest erkannt und so in seiner Verwirklichung zum unbedingten Bedürfnis werden.
Dementsprechend sind für die Beteiligung an der Kampagne mit dem Titel FREIZEITSCHOCK alle Mittel und Ausdrucksformen erwünscht, von der Dokumentation bis zum fertigen Film, vom Artikel zum gemalten oder collagierten Bild u.s.w. . Die Objekte sollen wieder in einer Ausstellung gezeigt werden oder können selbst auch in Gestalt von Aktionen oder Plakaten usw. Teil der Kampagne werden.