Selbstverständnis der Politischen Werkstatt
Das Projekt Politische Werkstatt
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Als das Allgemeine gelten die gsellschaftlichen Verhältnisse, die durch die Kampagnen im Besonderen der gesellschaftlichen Einrichtungen und des Alltags durch vielfältige Mittel beleuchtet werden sollen. Zur Verdeutlichung: Die Gesellschaft beruht auf privatkapitalistischer Klassenherrschaft, die durch verschiedene Institutionen, teilweise staatlich (z.B. der Gewaltapparat), teilweise privat (Parteien, Medien, Die Produktion und der Vertrieb usw.), direkt oder indirekt aufrechterhalten wird und sich selbst immer wieder herstellt. Entsprechend wurden für die Kampagnen Themen gewählt, wie Zeitökonmie, Medien, Arbeit und Produktion usw.. Wir wollen uns von den traditionellen Kampagnen, v.a. der Autonomembewegung der 80´ger Jahre absetzen, die zwar die Herrschaftsverhältnisse (wozu auch die patriarchalen gehörten, die aber eng mit der Entstehung des Kapitalismus, wie mit der Herrschaft über die Natur verknüpft sind) verbal kritisierten, aber in der Praxis nicht zur Erscheinung kommen ließen (z. B. Startbahn West), und trotz der Berechtigung des besonderen Gegenstandes nicht als allgemeine ins öffentliche Bewusstsein drangen.
Als neue Grundlage verstehen wir, die Herrschaftsverhältnisse, wie oben beschrieben, ins Zentrum unserer Kritik zu stellen, so das die Themen diese Verhältnisse repräsentieren.
Dieses setzt aber Veraus, dass die theoretische Auseinandersetzung als kollektive Aneignung kritischer Gesellschaftstheorie, was in großen Teilen der subkulturellen Linken bisher eher auf Widerstände stieß, nicht vernachlässigt wird, und die Einengung der politischen Praxis auf punktuelle Ziele verstärkt hat. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Gesellschaftskritik als Kritik des Allgemeinen von einer verengten Praxis des Besonderen abgetrennt wurde.
Theoretische Arbeit muss nicht unlustvoll sein, wenn sie kollektiv und hierarchiefrei ist. Sie sollte auch nicht zum anderen Extrem führen, indem die theoretische Kritik die praktische ersetzt. Ist es möglich, die Gesellschaft zu verändern, ohne sie wirklich in ihrer widersprüchlichen Struktur verstanden zu haben?
Die Politische Werkstatt hat sich zur Aufgabe gemacht, anregende Modelle experimentell zu entwickeln, die die Fähigkeit haben, Gesellschaftstheorie allgemein kommunizierbar zu machen. Gedacht war dabei hauptsächlich an künstlerische bzw. populärkünstlerische Mittel, d. h. Mittel, die nicht unbedingt künstlerische Fertigkeiten voraussetzen, aber künstlerisch soziale Sensibilität bedingen bei den Akteuren, wie bei den Adressaten, die gleichzeitig Akteure werden sollen oder schon sind.
Populärkunst heißt in unserem Sinne auch Popkultur als ständige Inspirationsquelle, wie gleichzeitig als Gegenstand der Kritik. Popkultur ist nicht selten ein Kopfstand, der auf die eine oder andere Weise die gesellschaftlichen Verhältnisse wiederspiegelt.
Niemals fertiges Ergebnis wie der Anfang, als Losgehen von jedem beliebigen Punkt, bilden so eine Art "visuellen Denkprozess" (Joseph Beuys), der Aufklärung wie Selbstaufklärung ermöglicht durch ein Netzwerk des Vielfältigen und Ausdruck der sich bildenden Individualität.
Die Ansätze dazu wurden bisher verwirklicht in einer als permanent gedachten Ausstellung im erweiterten Sinne, die Theater, Lesung, Konzert usw, einschließt und in "geschlossenen" Räumen wie auf der Straße stattfinden sollen. Ergänzt werden sie durch Aktionen, die fernab von bloßer Protestkundgebung, eher durch theatermäßiges (oder Happening) Agieren der Akteure, die Kritik zum Ausdruck bringt, ohne herkömmliche Mittel wie Flugblätter usw. auszuschließen, aber mit einem gewissen Vorzug der Ironie.
Ergänzt wird die Kampagnenarbeit durch zwei Zeitungsprojekte wie der "Werkstatt Forum" mit mehr theoretischem Schwerpunkt, und der deutlich kleineren "bad times" mit einem eher gemischten Profil.